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Glock 34 vs 17: der große Vergleich für Sportschützen

Glock 34 vs 17 heißt vor allem: 135 mm Lauf gegen 114 mm. Die Glock 34 ist das längere Sportmodell mit größerer Visierlinie, die Glock 17 die Standardgröße. Griffstück und Magazine mit 17 Patronen sind gleich. Für dynamische Disziplinen ist die 34 verbreitet, verbindlich bleibt die Sportordnung Ihres Verbandes.

Die Kurzantwort

Die Glock 34 bietet mehr Lauf, mehr Visierlinie und etwas mehr Gewicht am Schlitten. Die Glock 17 ist kürzer, handlicher und in der Anschaffung weiter verbreitet. Beide nutzen dieselben Magazine und dieselbe Bedienung, der Umstieg fällt deshalb leicht. Entscheidend sind Disziplin, Visierung und das eigene Schussbild.

Glock 34 vs 17: Maße und technische Daten im Vergleich

Lauflänge und Visierlinie

Glock gibt für die Glock 34 Gen5 MOS eine Lauflänge von 135 mm an, für die Glock 17 Gen5 114 mm und für die Glock 17L 153 mm. Die Visierlinie der Glock 34 Gen5 MOS liegt laut Hersteller bei 191 mm mit Polymervisierung, bei der Glock 17L bei 205 mm in der Standardausführung und 208 mm bei der Gen5 MOS.

Eine längere Visierlinie macht Haltefehler im Zielbild deutlicher sichtbar und hilft beim präzisen Schuss mit offener Visierung. Mit Rotpunktvisier verliert dieser Punkt an Gewicht, weil die Optik die Visierlinie ersetzt. Wer ohnehin mit Optik schießt, entscheidet eher nach Gewicht, Balance und Zulassung in der Disziplin.

Gewicht und Schlitten

Für die Glock 34 Gen5 MOS nennt Glock 665 g ohne Magazin, 743 g mit leerem und 980 g mit gefülltem Magazin. Die Glock 17 Gen5 wiegt 630 g ohne Magazin, 708 g mit leerem und 945 g mit gefülltem Magazin. Die Glock 17L liegt in der Standardausführung bei 675 g, 755 g und 960 g, in der Gen5 MOS bei 640 g, 720 g und 920 g.

Die Unterschiede sind klein, aber sie sitzen vorn am Schlitten. Das wirkt auf das Zurückkommen der Waffe nach dem Schuss. Ob Sie das als ruhiger oder als kopflastig empfinden, lässt sich nur auf dem Schießstand klären, am besten mit der Munition, die Sie im Wettkampf verwenden.

Abzug und Abzugsdistanz

Für die Glock 34 Gen5 MOS gibt Glock ein Abzugsgewicht von 24 N und eine Abzugsdistanz von 70 mm an. Die Abzugsdistanz beschreibt den Weg von der Rückseite des Griffs bis zum Abzug und entscheidet mit darüber, ob Sie den Abzug gerade erreichen. Für die Glock 17 Gen5 nennt Glock etwa 28 N, in der MOS Ausführung 26 N.

Wenn Sie zwischen beiden Modellen wechseln, merken Sie den Unterschied im Abzugsgewicht eher als die 21 mm Lauflänge. Prüfen Sie deshalb beide Ausführungen trocken und auf dem Stand, bevor Sie sich festlegen, und achten Sie darauf, ob Ihre Hand den Abzug ohne Drehen erreicht.

Tabelle: Glock 17, 17L und 34

AngabeGlock 17 Gen5Glock 34 Gen5 MOSGlock 17L
Kaliber9 x 19 mm9 x 19 mm9 x 19 mm
Lauflänge114 mm135 mm153 mm
Magazin, Standard17 Patronen17 Patronen17 Patronen
Magazin, optional19 / 24 / 31 / 3310 / 24keine Angabe geprüft
Gewicht ohne Magazin630 g665 g675 g (Standard), 640 g (Gen5 MOS)
Gewicht mit leerem Magazin708 g743 g755 g (Standard), 720 g (Gen5 MOS)
Visierlinie (Polymer)keine Angabe geprüft191 mm205 mm (Standard), 208 mm (Gen5 MOS)
Abzugsgewichtca. 28 N (26 N bei MOS)24 N24 N (Gen5 MOS)

Alle Werte stammen von den Produktseiten von Glock; der Hersteller weist darauf hin, dass die Angaben gerundet sind. Für die Glock 34 Gen5 MOS nennt Glock außerdem eine Gesamtlänge von 222 mm, eine Schlittenlänge von 207 mm, eine Breite von 34 mm und eine Höhe mit Magazin von 139 mm, dazu eine Abzugsdistanz von 70 mm.

Eignung nach Disziplin

IPSC und dynamische Disziplinen

In dynamischen Disziplinen zählen schnelles Zielwechseln, kontrollierte Schussfolgen und eine Waffe, die ruhig zurückkommt. Die längere Glock 34 wird dafür häufig geführt, weil Visierlinie und Schlittenmasse größer sind. Zwingend ist das nicht: Welche Waffe in Ihrer Division zugelassen ist, bestimmt die Sportordnung, nicht die Modellbezeichnung.

Rechtlich ist der Rahmen klar umschrieben. Sportliches Schießen liegt nach § 15a Abs. 1 WaffG vor, wenn nach festen Regeln einer genehmigten Sportordnung geschossen wird. Dieselbe Vorschrift bestimmt, dass Schießübungen des kampfmäßigen Schießens, insbesondere die Verwendung von Zielen oder Scheiben, die Menschen darstellen oder symbolisieren, im Schießsport nicht zulässig sind. Nach § 27 Abs. 7 Satz 1 WaffG ist das kampfmäßige Schießen auf Schießstätten nicht zulässig.

Präzisionsdisziplinen

Für Disziplinen mit stehend freiem Präzisionsschuss sprechen die längere Visierlinie und das höhere Gewicht. Hier liegt die Glock 17L mit 153 mm Lauf und 205 bis 208 mm Visierlinie vor der Glock 34. Allerdings ist die 17L seltener und nicht in jeder Disziplin zugelassen, weshalb die Sportordnung auch hier den Rahmen setzt.

Ein zweiter Punkt ist der Abzug. Glock gibt für die Glock 34 Gen5 MOS und die Glock 17L Gen5 MOS 24 N an, für die Glock 17 Gen5 etwa 28 N und 26 N in der MOS Ausführung. Ein leichterer Abzug erleichtert den sauberen Abzugsvorgang, erfordert aber Disziplin in der Handhabung.

Einstieg in den Schießsport

Für den Einstieg ist nicht die längste Waffe die beste. Wichtiger sind ein Modell, das in Ihrer Disziplin zugelassen ist, eine Waffe, die Sie sicher bedienen, und genügend Training. Weil Griffstück und Magazine bei Glock 17 und 34 gleich sind, können Sie später wechseln, ohne Magazine und Grundbedienung neu zu lernen.

Sinnvoll ist, beide Modelle im Verein zu schießen, bevor Sie sich entscheiden. Fragen Sie außerdem, welche Modelle Ihre Vereinskollegen in Ihrer Disziplin führen; das sagt mehr über die Praxis als jede Datentabelle. Einen Vergleich mit dem kürzeren Crossover-Modell finden Sie im Beitrag Glock 45 und Glock 17 im Vergleich.

Optik, MOS und Zubehör

Die Glock 34 ist als MOS Ausführung erhältlich, also mit einem Schlitten, der für die Montage von Rotpunktvisieren vorbereitet ist. Glock beschreibt die Gen5 MOS Schlitten als präzise bearbeitet für die Aufnahme verbreiteter Optiken über Adapterplatten. Auch die Glock 17 und die Glock 17L gibt es in MOS Ausführung.

Welche Adapterplatte Sie brauchen, hängt vom Visier ab; sie bestimmt Sitz und Höhe der Optik. Prüfen Sie außerdem, ob die offene Visierung nach der Montage weiter nutzbar ist. Eine Einordnung der Montagesysteme gibt der Beitrag Glock MOS und A-Cut erklärt.

Beim Zubehör gilt: Griffstück und Magazine sind bei Glock 17 und 34 gleich, Holster und schlittenbezogenes Zubehör unterscheiden sich wegen der Schlittenlänge. Das ist ein Kostenpunkt, der beim Modellwechsel oft übersehen wird.

Generationen: Gen 4, Gen 5 und Gen 6

Die Glock 34 wird in Gen4 MOS und Gen5 MOS angeboten. Die Werte unterscheiden sich leicht: Für die Gen4 MOS nennt Glock dieselbe Lauflänge von 135 mm, aber ein geringeres Gewicht ohne Magazin von 660 g. Zu den Gen5-Merkmalen zählt der Glock Marksman Barrel mit überarbeiteter Laufkrone.

Die Zahlen liegen damit so dicht beieinander, dass sie allein keine Entscheidung tragen. Wichtiger ist, dass Sie beim Vergleich zweier Angebote dieselbe Generation und dieselbe Ausführung betrachten und beim Fachhändler klären, welche Visierungen, Magazine und Montageplatten zu der konkreten Generation passen. Das vermeidet Fehlkäufe beim Zubehör und Enttäuschungen beim ersten Training, etwa wenn eine Montageplatte nicht zur vorhandenen Optik passt.

Inzwischen führt Glock auch Gen6-Modelle im Programm. Wenn Sie Angebote vergleichen, prüfen Sie deshalb immer, welche Generation und welche Ausführung gemeint ist, und ziehen Sie das Datenblatt zu genau dieser Variante heran. Eine Übersicht aller Modelle und Generationen bietet der Beitrag Glock Modelle im Überblick.

Umstieg von der Glock 17 auf die Glock 34

Der Wechsel ist einfacher als bei einem Markenwechsel, weil Griffstück, Magazine und Bedienkonzept gleich bleiben. Drei Punkte sollten Sie trotzdem einplanen.

Erstens das Holster: Es muss zur längeren Schlittenpartie passen. Wettkampfholster sind modellbezogen, ein Holster für die Glock 17 nimmt die Glock 34 nicht zwingend auf. Zweitens die Optik: Wenn Sie von einer MOS Ausführung auf eine andere wechseln, prüfen Sie die Adapterplatte und schießen Sie die Optik neu ein. Drittens das Training: Die veränderte Massenverteilung am Schlitten verändert das Rückkommen der Waffe, was einige Trainingseinheiten Gewöhnung braucht.

Praktisch bewährt hat sich, beide Modelle in derselben Trainingseinheit zu schießen und die Trefferbilder zu vergleichen, statt sich allein auf Datenblätter zu verlassen. Notieren Sie dabei, mit welcher Laborierung und mit welcher Optik Sie geschossen haben, damit der Vergleich zwischen beiden Modellen aussagekräftig bleibt.

Munition und Training

Beide Modelle sind für 9 x 19 mm ausgelegt. Für Training mit hohen Schusszahlen wird üblicherweise Vollmantelmunition verwendet, weil sie einfach aufgebaut und auf hohe Schusszahlen ausgelegt ist. Welche Laborierung in Ihrer Waffe am gleichmäßigsten schießt, zeigt nur der Schießstand.

Halten Sie Ihre Ergebnisse fest: Modell, Ausführung, Optik, Laborierung und Datum. Wer zwei ähnliche Pistolen parallel führt, verwechselt sonst schnell, welche Einstellung zu welchem Trefferbild gehört. Hinweise zu den Geschosskonstruktionen gibt der Beitrag Vollmantel und Teilmantel im Vergleich.

Rechtlicher Rahmen für Sportschützen

Bedürfnis und Verbandsbescheinigung

Beide Modelle sind Kurzwaffen und damit erlaubnispflichtig. Voraussetzungen sind nach § 4 WaffG Volljährigkeit, Zuverlässigkeit, persönliche Eignung, Sachkunde und ein Bedürfnis; die Erlaubnis wird durch eine Waffenbesitzkarte erteilt (§ 10 WaffG). Nach § 14 WaffG weisen Sportschützen das Bedürfnis über einen Verein in einem anerkannten Schießsportverband nach: mindestens zwölf Monate Schießsport, einmal monatlich oder 18-mal im Jahr, Verbandsbescheinigung, Mindestalter grundsätzlich 21 Jahre.

§ 14 WaffG enthält außerdem Grenzen für den Erwerb mehrschüssiger Kurzwaffen. Wer über die dort genannte Zahl hinaus erwerben will, braucht eine weitergehende Begründung. Den Ablauf des Antrags erklärt der Beitrag Waffenbesitzkarte beantragen.

Disziplinen nach Sportordnung anerkannter Verbände

Welche Waffen und Hilfsmittel zugelassen sind, steht in der genehmigten Sportordnung Ihres Verbandes. Über die erstmalige Genehmigung und Änderungen von Sportordnungen entscheidet nach § 15a Abs. 2 WaffG das Bundesverwaltungsamt. Damit ist die Sportordnung kein Vereinsbrauch, sondern ein geprüftes Regelwerk.

Für Magazine gilt zusätzlich: Magazine für Kurzwaffen mit mehr als 20 Patronen des kleinsten nach Herstellerangabe verwendbaren Kalibers sind nach Anlage 2 Abschnitt 1 Nr. 1.2.4.3 WaffG verboten. Die von Glock angebotenen Magazine mit 24, 31 oder 33 Patronen fallen damit in einen Bereich, der in Deutschland nicht ohne Weiteres zulässig ist.

Aufbewahrung und Transport richten sich nach den allgemeinen Regeln: Nach § 36 WaffG müssen Sie verhindern, dass Waffen und Munition abhandenkommen oder Dritte sie unbefugt an sich nehmen; § 13 AWaffV schreibt zertifizierte Behältnisse nach DIN/EN 1143-1 vor. Erlaubnisfrei transportieren dürfen Sie die Pistole nur nicht schussbereit, nicht zugriffsbereit und zu einem vom Bedürfnis umfassten Zweck (§ 12 Abs. 3 Nr. 2 WaffG).

Wie sich andere Systeme im Sport einordnen, zeigen die Beiträge Sig Sauer Pistolen im Überblick und Walther PDP und ihre Varianten.

Häufige Fragen

Welche Glock ist für Sportschützen die beste?

Es gibt keine beste Glock für alle Disziplinen. Die Glock 34 mit 135 mm Lauf ist das verbreitete Sportmodell, die Glock 17L mit 153 mm Lauf bietet die längste Visierlinie, die Glock 17 die Standardgröße. Entscheidend ist, was die genehmigte Sportordnung Ihres Verbandes in Ihrer Disziplin zulässt.

Welche Pistole ist die beste für das IPSC-Schießen?

Eine pauschal beste Pistole gibt es nicht. In dynamischen Disziplinen werden längere Modelle wie die Glock 34 häufig geführt, weil Visierlinie und Schlittenmasse größer sind. Maßgeblich ist aber die genehmigte Sportordnung Ihres Verbandes mit ihren Divisionen und Vorgaben, nicht die Modellbezeichnung.

Welche Waffen sind für die IPSC zugelassen?

Darüber entscheidet die Sportordnung. Sportliches Schießen liegt nach § 15a Abs. 1 WaffG vor, wenn nach festen Regeln einer genehmigten Sportordnung geschossen wird; über Genehmigung und Änderung entscheidet nach § 15a Abs. 2 WaffG das Bundesverwaltungsamt. Welche Waffen in welcher Division zugelassen sind, entnehmen Sie der jeweils aktuellen Sportordnung Ihres Verbandes.

Ist IPSC in Deutschland erlaubt?

Sportliches Schießen nach einer genehmigten Sportordnung ist zulässig (§ 15a Abs. 1 WaffG). Dieselbe Vorschrift verbietet Schießübungen des kampfmäßigen Schießens, insbesondere Ziele oder Scheiben, die Menschen darstellen oder symbolisieren. Nach § 27 Abs. 7 Satz 1 WaffG ist kampfmäßiges Schießen auf Schießstätten nicht zulässig. Was daraus für Ihre Disziplin folgt, klären Sie mit Verband und Behörde.

Welche Pistole ist besser, die Glock 17 oder die Glock 34?

Besser ist die, die zu Ihrer Disziplin passt. Die Glock 34 hat 135 mm Lauf, 191 mm Visierlinie und wiegt mit leerem Magazin 743 g. Die Glock 17 hat 114 mm Lauf und 708 g. Griffstück und Magazine sind gleich, deshalb entscheidet der Vergleich auf dem Schießstand.

Glock 17L oder Glock 34 für Zielgenauigkeit?

Die Glock 17L bietet mit 153 mm Lauf und 205 bis 208 mm Visierlinie mehr als die Glock 34 mit 135 mm und 191 mm. Für reine Präzision spricht das für die 17L, sie ist aber seltener und nicht in jeder Disziplin zugelassen. Prüfen Sie deshalb zuerst die Sportordnung Ihres Verbandes und danach das Handling auf dem Stand.