Die Sig Sauer P226 ist eines der bekanntesten Modelle der Marke: eine Pistole mit Spannabzug, 112 mm Lauf und 15 Patronen im Kaliber 9 x 19 mm. Daneben prägen die kompaktere P229, die modulare P320 mit innenliegendem Schlagbolzen und die Schweizer P210 das Programm.
Sig Sauer auf einen Blick: Marke, Standorte, Modellfamilien
SIG, J. P. Sauer und Sig Sauer Inc.: wer steht hinter der Marke
Die Wurzeln reichen zur 1751 in Suhl gegründeten Waffenmanufaktur Lorenz Sauer zurück, 1951 entstand in Eckernförde die J. P. Sauer & Sohn AG. Den Namensteil SIG trug sie von den 1970er-Jahren bis 2000 durch die Verbindung zur Schweizer SIG. Ende 2020 wurde die Produktion in Eckernförde eingestellt.
Sig Sauer P226: das Flaggschiff
Entwicklung und Einführung
Die P226 basiert auf der P220 von 1975. Ziel war eine höhere Magazinkapazität für internationale militärische Ausschreibungen.
Abzugssysteme der P226
Die P226 wurde mit drei Abzugssystemen angeboten:
| Abzugssystem | Funktionsweise | Abzugsgewicht |
|---|---|---|
| DA/SA | Erster Schuss im Spannabzug, danach Single Action | 53,9 N im Spannabzug |
| DAO | Jeder Schuss im Spannabzug | stets 53,9 N |
| DAK | Stets vorgespannt, gleichbleibender Abzug | konstant 34,3 N |
Für den Sport wurden in Eckernförde die Modelle der P226 X-Serie gefertigt.
Technische Daten der P226
Die P226 gibt es in 9 x 19 mm (15 Patronen) sowie in .40 S&W und .357 SIG (12 Patronen). Der Lauf misst 112 mm, die Waffe ist 197 mm lang.
Wird die P226 noch produziert?
Die deutsche Fertigung endete mit der Schließung in Eckernförde Ende 2020; dort entstanden unter anderem die P226 X-Serie und die P220. Das US-Unternehmen führt die P226 weiterhin auf seiner Website.
P229 und P220: kompakte und klassische Hahnspanner
Die Sig Sauer P229 wurde für den US-Markt aus der P228 entwickelt und basiert auf der P226. Ihr Schlitten ist aus Edelstahl gefräst. Sie ist kürzer als die P226 und nimmt 15 Patronen 9 x 19 mm auf. Die P220 ist das Ursprungsmodell der Familie und wurde ab 1975 gebaut.
Sig Sauer P320: modulares Striker-System
Die P320 erschien 2014 und arbeitet mit innenliegendem Schlagbolzen statt Hahn. Kern ist die modulare Bauweise: Sie erlaubt den Wechsel des Kalibers ohne Werkzeug, mit Ausnahme von .45 ACP. Angeboten wird die P320 unter anderem als Full Size, Carry, Compact und Subcompact. Kaliber sind 9 x 19 mm, .40 S&W, .357 SIG, .45 ACP und .380 ACP, die Kapazität reicht bis 17 Patronen. Die US-Armee führte sie 2017 als M17 und M18 ein.
Sig Sauer P210: Präzisionspistole mit Schweizer Wurzeln
Die P210 geht auf eine Konstruktion von Charles Petter zurück, die SIG 1937 in Lizenz übernahm. 1947 führte die Schweizer Armee sie als Pistole 49 ein. Die Originalversion fasst 8 Patronen, hat einen 120-mm-Lauf und wiegt 970 g. Später folgten die P210 Legend aus deutscher Fertigung (2010 bis 2020) und die P210 Target aus den USA.
Die Modelle im Vergleich
| Modell | System | Kaliber | Kapazität | Lauf | Gewicht |
|---|---|---|---|---|---|
| P226 | Hahn, DA/SA, DAO oder DAK | 9 x 19, .40 S&W, .357 SIG | 15 / 12 | 112 mm | k. A. |
| P229 | Hahn | 9 x 19, .40 S&W, .357 SIG, .22 lr | 15 (9 mm) | 99 mm | 0,905 kg |
| P320 | Schlagbolzen, modular | 9 x 19, .40 S&W, .357 SIG, .45 ACP, .380 ACP | bis 17 | je nach Größe | je nach Größe |
| P210 (Original) | Hahn | 9 x 19, 7,65 x 21, .22 lr | 8 | 120 mm | 970 g |
Sig Sauer im Sportschießen
Welche Sig Sauer als Sportpistole geeignet ist, bestimmt vor allem die Sportordnung Ihres Verbandes: Sie legt fest, welche Waffen in einer Disziplin zugelassen sind.
Rechtlicher Rahmen: Kurzwaffen legal erwerben
Voraussetzungen sind nach § 4 WaffG Volljährigkeit, Zuverlässigkeit, persönliche Eignung, Sachkunde und ein Bedürfnis; erteilt wird die Erlaubnis durch eine Waffenbesitzkarte (§ 10 WaffG). Sportschützen weisen das Bedürfnis nach § 14 WaffG über einen Verein in einem anerkannten Schießsportverband nach: mindestens zwölf Monate Schießsport, einmal monatlich oder 18-mal im Jahr, das Mindestalter liegt grundsätzlich bei 21 Jahren. Inhaber eines Jahresjagdscheins können nach § 13 Abs. 2 WaffG zwei Kurzwaffen ohne weitere Bedürfnisprüfung erwerben.
Erlaubnisfrei transportieren dürfen Sie die Waffe nur nicht schussbereit, nicht zugriffsbereit und zu einem vom Bedürfnis umfassten Zweck (§ 12 Abs. 3 Nr. 2 WaffG). Nach § 36 WaffG müssen Sie verhindern, dass Waffen und Munition abhandenkommen oder Dritte sie unbefugt an sich nehmen; § 13 AWaffV schreibt dafür zertifizierte Behältnisse nach DIN/EN 1143-1 vor.
Häufige Fragen zu Sig Sauer Pistolen
Welche Sig Sauer Pistole ist die beste?
Eine beste Sig Sauer für alle Zwecke gibt es nicht. Die P226 ist der Hahnspanner mit 15 Patronen, die P229 ihre kürzere Schwester, die P320 das modulare Schlagbolzenmodell und die P210 die klassische Präzisionspistole. Entscheidend sind Disziplin, Handgröße und die Sportordnung Ihres Verbandes.
Wird die Sig Sauer P226 noch produziert?
Die deutsche Produktion in Eckernförde wurde Ende 2020 eingestellt, dort entstanden unter anderem die P226 X-Serie und die P220. Die US-Gesellschaft Sig Sauer Inc. führt die P226 weiterhin in ihrem Programm. Aktuelle Ausführungen stammen daher aus der Fertigung außerhalb Deutschlands.
Gibt es Sig Sauer heute noch?
Ja. Die deutsche Gesellschaft in Eckernförde hat ihre Produktion Ende 2020 eingestellt, die Marke besteht aber weiter: durch Sig Sauer Inc. in New Hampshire (USA) und eine Gesellschaft in Neuhausen am Rheinfall in der Schweiz. Eine deutsche Sig-Sauer-Fertigung gibt es seitdem nicht mehr.
Wie gut ist die Sig Sauer P226?
Die P226 ist ein Hahnspannermodell mit langer Geschichte. Sie entstand aus der P220, bietet drei Abzugssysteme und fasst 15 Patronen 9 x 19 mm. Ob sie zu Ihnen passt, hängt von Griffgröße, Abzugssystem und Disziplin ab; Probeschießen im Verein hilft bei der Einschätzung.